Lernmittel und Etui in einem
Ein zehnseitiges Rohr mit einer Wendeltreppe von 0 bis 100. Eine Stufe weiter ist plus eins. Ein Stockwerk höher ist plus zehn. Das Kind muss es nicht glauben — es sieht es.
Treppensteigen und Liftfahren
Zwei Bewegungen, und damit rechnet man alles.
Der Erfinder nannte es so, und die Kinder verstehen es sofort: Treppensteigen ist Schritt für Schritt, eine Facette weiter. Liftfahren ist senkrecht nach oben oder unten, ein Zehner auf einmal. Jede Aufgabe im Zahlenraum 100 ist eine Kombination aus beidem — und wer den Weg mit dem Finger gegangen ist, hat den Rechenweg begriffen.
Die vier Grundbewegungen, wie sie in der Original-Anleitung stehen. Rechts und links ist plus und minus eins, oben und unten plus und minus zehn.
Fünf Stufen hinauf: 8, 9 — und bei 10 ist man einmal ganz um das Rohr herum. Weiter zu 11, 12. Den Zehnerübergang muss dabei niemand als Regel lernen: bei 10 schliesst sich der Markenring zum vollen Kreis, und das sieht man neben der Zahl.
Gar nicht steigen — Lift fahren. Die Facette bleibt dieselbe, der Finger geht senkrecht ein Stockwerk hoch und steht auf 44. Dass die Einerstelle sich nicht ändert, ist hier keine Behauptung: es ist dieselbe Fläche.
Acht Stufen hinunter, über die Naht bei 60 hinweg, hinab bis 54. Ein Stockwerk tiefer, zwei Facetten weiter — denn minus acht ist minus zehn und plus zwei.
Den Trick findet fast jedes Kind selber: zweimal Lift hinauf, dann eine Stufe zurück. + 20 − 1. Auf dem Wendeli ist das kein Kunstgriff, sondern sichtbar der kürzere Weg.
Die Marken
Sieben heisst zugleich: drei fehlen bis zehn.
Jedes Zahlenfeld ist selbst ein Zehneck. So viele seiner zehn Kanten sind markiert, wie die Einerstelle sagt. Bei 7 sind es sieben Marken — und die drei leeren Kanten sind die Ergänzung auf zehn, ohne dass jemand sie erklären muss.
Bei 10, 20, 30 läuft der Ring geschlossen durch: das Stockwerk ist voll. Die 0 bleibt ganz leer. Und weil das Feld auf einer Ecke steht, liegen genau fünf Kanten rechts und fünf links — die halbe Runde ist die Fünf.
Und zählen kann ein Kind, bevor es liest. Wer die Ziffer 7 noch nicht kennt, zählt ihre sieben Marken ab und findet die Ziffer gleich daneben. Zählen und Lesen auf demselben Feld, nicht auf zwei Hilfsmitteln nacheinander.
Die Marken beginnen unten und laufen in dieselbe Richtung, in der man um das Wendeli geht. Man sieht also genau, wo man steht.
0 leer · 3 · 5 als halbe Runde · 7 mit drei offenen Kanten · 10 geschlossen.
Und es ist ein Etui
Nicht nur schick, sondern auch praktisch.
Das Rohr fasst einen ganzen Satz Farbstifte in voller Länge. Aber der eigentliche Kniff steckt in den beiden Enden: der Fuss ist ein Fach, und die Spitze auch.
Der Radiergummi wohnt im Gummi
Hinter dem schwarzen Gummideckel am Fuss sitzt ein echter Radiergummi — dort, wo ein Bleistift ihn auch hätte. Ein weicher Einsatz hält ihn drin.
Der Spitzer sitzt in der Spitze
In der Kegelspitze steckt ein handelsüblicher Spitzer in einer passgenauen Tasche. Der Stift geht von aussen durch das Loch hinein.
Nichts klappert
Die beiden Innendeckel sind aus Gummi. Die Stifte schlagen also oben und unten nicht auf harten Kunststoff, sondern auf eine schalldämpfende Schicht. Ein volles Etui im Rucksack bleibt still.
Hält, statt auszuleiern
Der Verschluss geht kinderleicht auf und zu — wie bei jeder Flasche, an beiden Enden gleich. Ausgelegt auf wenig Verschleiss und lange Schliesskraft, statt mit der Zeit auszuleiern.
Herkunft
Vom Kartonrohr zum Stift-Design.
Das Wendeli ist eine Erfindung von Linus Walter, Lernmittelmacher in Balsthal: ein Kartonrohr von 23,5 × 4 cm mit der dekadischen Wendeltreppe darauf, gedruckt in zehn Farben. Das kleine Rechentreppchen nannte er es.
Die aktuelle Fassung hat sein Sohn gestaltet — nicht als Kopie, sondern als Übersetzung. Statt zehn Druckfarben trägt es die eine Farbe, die das Kind wählt. Also musste die Farbcodierung der Zehner weichen — und an ihre Stelle traten die Marken. Das ist kein Ersatz, das ist ein Gewinn: aus einer Ordnungsinformation wird eine Mengeninformation.
Das Original gibt es weiterhin, und Linus Walter stellt es auf linuswalter.ch vor. Die letzten Exemplare seiner Auflage — das Kartonrohr in den zehn Druckfarben — sind als Restposten auch hier im Shop zu haben, solange Vorrat reicht.
Erfunden, gestaltet und hergestellt in der Schweiz — vom Kartonrohr aus Balsthal bis zu diesem Exemplar.
„Lassen Sie es die Schritte selber finden! Das Kind soll auch Rechentricks selber entdecken, wie z. B. das ‚Liftfahren‘ für Zehnerschritte. […] Zudem berauben Sie es seiner Aha-Erlebnisse, wenn Sie ihm die Tricks verraten.“
Linus Walter, aus der Original-Anleitung zum WendeliDiese Haltung ist mitgebaut. Auf dem Wendeli steht keine einzige Anleitung, keine Formel, kein Pfeil. Nur die Zahlen und die Treppe — alles andere findet das Kind. Auch das Kartonrohr war schon beides zugleich: Lernmittel und Etui, mit den Farbstiften darin.
Masse und Material
Was in der Hand liegt.
Aus einem temperaturfesten Biokunststoff auf Maisstärkebasis — ein Auto im Sommer macht ihm nichts. Die Gummiteile an Fuss und Innendeckeln sind weich und griffig.
Die Grundfarbe wählt das Kind — es gibt sie in Orange, Blau und Rot. Die Zahlenfelder bleiben weiss, damit die Ziffern bei jeder Grundfarbe gleich gut lesbar sind.
Lieferumfang
Ein Wendeli im Bleistift-Look, dreiteilig:
- das Rohr mit den 101 Zahlenfenstern — Lernmittel und Etui in einem
- die Spitze, mit einem handelsüblichen Spitzer im Fach
- das Gummi-Fussteil, mit einem echten Radiergummi im Fach
Stifte sind nur in den Sets dabei — Platz haben 22, oder 19 und ein Lineal.